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Umgang mit Sterben, Tod und Trauer in Zeiten der Corona-Krise

Für die Zeit zwischen Tod und Bestattung insgesamt (5)

Wie Trauernde sich an die Begräbnisfeier anschließen können, ohne persönlich anwesend zu sein

27.    Eine Anregung aus einer Todesanzeige in der Zeitung: Es wurde eingeladen, zum Zeitpunkt der Trauerfeier im privaten Rahmen eine Kerze zu entzünden und an die verstorbene Person zu denken.
Eine Bestatterin rät im Blick auf diese Idee davon ab, den Zeitpunkt der Beisetzung in die Todesanzeige aufzunehmen, weil das Menschen animieren könnte, zeitgleich zum Friedhof zu kommen. Die Bestatter sind für die Einhaltung der gegenwärtigen Regeln mit verantwortlich. Besser ist es deshalb, wenn die Angehörigen den Zeitpunkt nur mündlich oder ggf. in einer per Post versendeten Todesanzeige weitergeben und für diese Zeit zu einem Gedenken im privaten Rahmen einladen (vgl. dazu auch oben Nr. 15).

28.    Durch den notwendigen Hinweis, dass aufgrund der gegenwärtigen Situation die Beisetzung nur im engsten Familienkreis stattfindet oder bereits stattgefunden hat, wirken viele Traueranzeigen etwas trostlos und ratlos. Der Hinweis auf ein privates Gedenken zum Zeitpunkt bzw. am Tag der Beisetzung (ohne Nennung der Uhrzeit) würde einer Anzeige einen anderen Charakter geben und zu einem aktiven, eigenen Gedenken anregen.

29.    Elemente eines Gedenkens im privaten Rahmen können zum Beispiel sein:

Gebete - die man selbst kennt, die man evtl. mit dem Verstorbenen gebetet hat oder die die verstorbene Person besonders schätzte; man kann Gebete auch selbst schreiben oder aus dem Gotteslob oder anderen (Gebet-) Büchern heraussuchen.

Stille – hier kann sich jede(r) mit seinen Erinnerungen, Gedanken und Bitten einbringen und sich gedanklich an diejenigen anschließen, die an der Beisetzungsfeier teilnehmen.

Musik – durch das Abspielen eines geistlichen Musikstückes oder eines Liedes, das zum Abschiednehmen passt oder in besonderer Weise mit der verstorbenen Person verbindet, kann eine tragende, sinnliche Atmosphäre entstehen.

Texte – beispielsweise der Spruch aus der Todesanzeige, ein tröstlicher Text, den man vielleicht erhalten hat, ein Text, der dem Verstorbenen wichtig war, ein Gedicht oder ein Text zu Abschied, Trauer, Erinnerung oder mit der Bitte um Hoffnung und Kraft, ein biblischer Text.

30.    Manche Bestatter bieten an, die Beisetzung zu filmen bzw. Fotos zu machen und das entsprechende Material später den Angehörigen zu übergeben. Wenn man das möchte und den Bestatter bzw. die Bestatterin darum bittet, sind die Trauernden selbst von dieser Aufgabe entlastet.

31.    Einen Gedenkort zu Hause kann man auch besonders gestalten: mit einem Foto der verstorbenen Person, mit Blumen, einem Kreuz, einer Engelfigur oder mit Symbolen bzw. Gegenständen, die besonders an den Verstorbenen erinnern. Am diesem Gedenkort kann man nach der Beisetzung ein Bild vom Sarg bzw. von der Urne oder vom Grab aufstellen. Auch dies ist eine Möglichkeit, eine Station präsent zu machen, an der man physisch selbst nicht teilnehmen konnte.

32.    Kinder kann man gut miteinbeziehen: durch kreatives Mitgestalten oder Vorbereiten, durch gemeinsames Erzählen über die verstorbene Person, eventuell auch durch das Anschauen von Fotos oder das gemeinsame Betrachten eines Bilderbuches, das zum Austauschen von Erinnerungen anregt (zum Beispiel: Armin Beuscher, Cornelia Haas, Über den großen Fluss; Susan Varley, Leb wohl, lieber Dachs). Bei Seelsorgenden oder Bestattern bzw. Bestatterinnen kann man eventuell nach Materialien fragen.

33.    Man kann eine Gedenkkerze gestalten, die zuhause aufgestellt oder eventuell zu einem späteren Zeitpunkt zum Grab gebracht wird. Dabei können sich auch Kinder beteiligen.

34.    Eine Idee aus dem Freundeskreis einer verwitweten Frau: Per Rundruf, Nachrichten über das Smartphone und Email wurden alle Freunde und Bekannte aufgerufen, nach der Beerdigung individuell mit einer Kerze, auf der der Name der Freunde bzw. noch ein letzter Gruß geschrieben steht, ans Grab zu gehen. Von der Kerze sollte ein Foto gemacht werden, um es an die Ehefrau zu schicken. Diese war abends völlig überwältigt von dieser besonderen Anteilnahme und empfand das „Schlussbild“ mit den vielen Kerzen als sehr tröstlich.

35.    Zum Zeitpunkt der Bestattung oder auch zu einer anderen Zeit kann man einen Topf mit Blumen bzw. Samen bepflanzen und diesen dann später überreichen oder selbst zur Grabstätte bringen. Hier kann man auch Kinder gut mit einbeziehen. Solch einen Topf kann man ebenso wie ein gemaltes Bild oder etwas aus Ton Geformtes als Zeichen der Verbundenheit übergeben oder vor der Haustüre abstellen.

36.    Wenn unter normalen Umständen ein Chor bei der Beerdigung gesungen hätte, kann man einen Liedgruß aufnehmen und zuschicken, per Smartphone oder auf anderem Wege. Das können auch mehrere getrennt voneinander tun. Vielleicht gibt es dafür sogar ein Lied, das dem Verstorbenen besonders viel bedeutete.

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