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Umgang mit Sterben, Tod und Trauer in Zeiten der Corona-Krise

Für die Zeit zwischen Tod und Bestattung insgesamt (2)

Stationen der Verabschiedung

11.    Eine Verabschiedung am offenen Sarg kann eine wichtige Station des Abschiednehmens sein und unter Umständen zu einer bedeutsamen Erfahrung für das schrittweise Begreifen und Annehmen des Todes werden. Auch hier wird es unterschiedliche Bedürfnisse geben. Wahrscheinlich können in der gegenwärtigen Situation nur wenige Personen gleichzeitig in dieser Weise Abschied nehmen, so dass entsprechende Absprachen untereinander und mit dem Bestatter notwendig sind.

12.    Für den Fall einer Einäscherung gibt es die Möglichkeit einer gottesdienstlichen Feier zur Verabschiedung vor der Kremation. Dabei ist der Sarg verschlossen und kann geschmückt werden. Eine solche Feier kann für das Abschiednehmen sehr hilfreich sein. Man kann sie im kleinen Kreis auch stellvertretend für viele begehen. Eventuelle Beigaben wie Briefe, Bilder oder Gegenstände mit einer besonderen Bedeutung kann man über das Bestattungsinstitut in den Sarg hinein legen lassen.
Die Feier der Verabschiedung vor der Kremation ist eine mögliche zusätzliche Station im Vorfeld der Beisetzung. Sie kommt umso mehr dann in Betracht, wenn die Beisetzung der Urne erst zu einem späteren, noch unbestimmten Zeitpunkt stattfinden soll. Denn die Verabschiedung vor der Kremation steht an einer Stelle im Abschiedsprozess, die mit der Umwandlung des Leichnams in die zurückbleibende Asche verbunden ist und damit vielleicht einen ersten „Abschluss“ markiert, auch wenn der endgültige Abschluss der besonderen Zeit zwischen Tod und Bestattung für viele erst mit der Beisetzung vollzogen wird. Es könnte wichtig sein zu bedenken, ob und wie man eine eventuell wochenlange Zeit bis zur Beisetzung der Urne gut bestehen kann.

13.    Da derzeit Sterbeämter oder Trauerfeiern mit einer größeren Trauergemeinde gar nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich sind, werden sie zum Teil auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Wann und wie diese stattfinden können, ist offen. Dennoch kann es hilfreich sein, das bereits von Anfang an mitzubedenken und mit dem Seelsorger bzw. der Seelsorgerin zu besprechen, was man sich wünscht oder derzeit vorstellen kann. Sicherlich wird es unterschiedliche Lösungen geben: Sterbeämter für einzelne oder für mehrere Personen, Messen oder Gedenkgottesdienste für alle Verstorbenen der letzten Wochen oder Monate usw.

14.    Unabhängig von einem eventuellen späteren Gottesdienst ist es sicher gut, zusammen mit Seelsorger(in) und/oder Bestatter(in) zu überlegen, wie man auch bei einer Beisetzung im kleinen Kreis eine gewisse feierliche Atmosphäre schaffen kann: Vielleicht kann jemand mit einem Instrument ein Musikstück spielen oder ein Lied vortragen, vielleicht gibt es einen Text, ein Gedicht oder ein Gebet, das jemand lesen kann, oder man entzündet eine große Kerze stellvertretend für alle, die sonst an der Beerdigung teilgenommen hätten, eventuell auch mit deren Namen oder mit Zeichen für bestimmte Vereine oder Gruppen.

15.    Oft gibt es mehr Menschen, die gerne an der Beisetzung teilgenommen hätten, als es die derzeitigen Bestimmungen zulassen. Eine innere Verbindung zum engsten Kreis der trauernden Angehörigen, die sich am Ort der Bestattung versammeln dürfen, können alle anderen Angehörigen, Freunde, Nachbarn, Bekannten und Kollegen durch ein (zeitgleiches) Gedenken im privaten Rahmen schaffen. Man kann die Seelsorger und Seelsorgerinnen nach Vorlagen und Anregungen dafür fragen. Weitere Anregungen hierzu finden sich im Abschnitt „Wie Trauernde sich an die Begräbnisfeier anschließen können, ohne persönlich anwesend zu sein“ (Nr. 27-29).

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